Krankenhausschließung in Wadern – und die Bürger zahlen das noch?

Der Bericht in der Saarbrücker Zeitung vom 08.08.2017 kann so nicht unkommentiert bleiben:

Unser saarländisches Gesundheitsministerium hat für den jetzigen Träger des Waderner Krankenhauses, die Marienhaus GmbH, im Rahmen der Schließung des Krankenhauses einen satten Zuschussbetrag in Millionenhöhe aus dem Strukturfonds beantragt. Das ist zwar toll für die Marienhaus GmbH aber eben auch eine Ohrfeige für die Bürgerinnen und Bürger des Hochwaldraumes die mit ihren gezahlten Steuern und Krankenkassenbeiträgen die Schließung des Krankenhauses in Wadern noch mit einer Abwrackprämie unterstützen.

Laut Pressemitteilung ist noch ein Förderantrag für ein weiteres Projekt gestellt. Wird die Bevölkerung noch vor, oder erst nach dem 24. September erfahren welches „Projekt“ dies sein wird? Was glauben Sie?

In der Tat sind dauerhafte Krankenhausschließungen ein Förderziel des Strukturfonds, zu dem die gesetzlichen Krankenkassen und indirekt auch die Bundesländer über das Krankenhaus-Strukturgesetz (KHSG) vom 10. Dezember 2015 verpflichtet wurden. Aber eben auch die standortübergreifende Konzentration akutstationärer Versorgungseinrichtungen und die Umwandlung von Krankenhäusern in integrierte Versorgungszentren sind die erklärten Förderziele dieses Strukturfonds.

Wir von der ProHochwald-Stadtratsfraktion gehen zur Zeit noch nicht davon aus, dass es tatsächlich ein politisches Ziel ist in ländlichen Regionen Krankenhäuser mit Akutversorgung zu schließen und die Menschen dort einfach hilflos sterben zu lassen. Deshalb darf und kann, wenn sich die Schließung nun absolut nicht vermeiden lässt, für den Hochwaldraum nur die Umwandlung des Waderner Krankenhauses in ein leistungsfähiges Akut-Versorgungszentrum ein reales Förderziel sein. Und hier haben das Gesundheitsministerium, ebenso wie Krankenkassen und das Bundesversicherungsamt, das den Strukturfonds verwaltet, direkten Einfluss.Und von diesen Entscheidungsträgern erwarten wir Bürgerinnen und Bürger im Hochwaldraum, dass zukünftig die medizinische Akutversorgung schnell und rund um die Uhr erreichbar ist.