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Ortsumgehung Nunkirchen

Ortsumgehung Nunkirchen: Chancen sehen, Risiken vermeiden!

ProHochwald begrüßt grundsätzlich die Aufnahme der Ortsumgehung Nunkirchen in den Bundesverkehrswegeplan. Die Diskussion wurde vor fast zehn Jahren nicht von der Politik  losgetreten worden, sondern von den Bürgerinnen und Bürgern in Nunkirchen selbst. Daraus hat sich die Interessengemeinschaft Li(e)benswertes Nunkirchen entwickelt, die  die Sache immer äußerst differenziert und sachlich angegangen ist. Eine Nord-Süd-Umgehung kombiniert mit einer Ost-West-Umfahrung Nunkirchens bringt zwar eine enorme Entlastung des Ortes, sie führt aber auch zu erheblichen Eingriffen in das Landschaftsbild und sie werde die heute sehr gut ausgebaute Infrastruktur tangieren. Auch das gehört zur Wahrheit dazu, ist aber mitnichten ein Grund, den Kopf in den Sand zu stecken. Wir haben die Diskussion seinerzeit im Ortsrat Nunkirchen massiv vorangetrieben, obwohl von Landesseite immer und immer wieder die Machbarkeit der Umgehung in Frage gestellt worden war. Offensichtlich ist man nun bei einer objektiven Analyse in Berlin zu einer etwas differenzierten Erkenntnis gekommen. Das freut uns!

ProHochwald hält dem Grunde nach an dem fest, was der Ortsrat Nunkirchen in seiner Sitzung vom 26. Mai 2008 einstimmig beschlossen hat und was vom Stadtrat Wadern später auch so bestätigt wurde: Die Planung einer Umgehung für Nunkirchen muss sowohl Umweltbelangen als auch der Infrastruktur des Ortes gerecht werden. Dafür bedarf es begleitend zu den weiterführenden Planungen unbedingt einer sachverständigen Analyse der Umwelt- wie Infrastrukturbelange. Hier müssen alle Betroffenen sehr bald in die Diskussion einsteigen. Vor allen Dingen auf Landesebene sehen wir Handlungsbedarf:  Der Entwurf des Bundesverkehrswegeplans ist keine Gebrauchsanweisung, die morgen abgearbeitet wird. Sie ist aber auch kein Papier für die Schublade.

Wenn in und rund um Nunkirchen 28,7 Millionen Euro investiert werden sollen, müssen alle Beteiligten spätestens nach der Verabschiedung des Entwurfs an einen Tisch, um die weitere Vorgehensweise abzustecken. Genau dafür werden wir uns einsetzen. Die Stadt hat hier bereits ihr Engagement zugesichert. Genau das erwarten wir auch von allen anderen, die Verantwortung tragen. Der Entwurf des Bundesverkehrswegeplans ist insofern ein Grund zu Freude. Er ist aber vor allen Dingen als Rahmen zu verstehen, um die verschiedenen Themenbereiche wie den Naturschutz, die Interessen von Gewerbetreiben und die berechtigten Anwohnerwünsche unter einen Hut zu bringen. Den gesteckten Rahmen gilt es nun mit Leben zu füllen. Genau das wird das Ziel unserer Arbeit sein.

Hier die Lagepläne zum Download:
1: http://bit.ly/1RwtSlg (Detailplan)
2: http://bit.ly/1UAQaT7 (Lageplan im Saarland)
Die Ausführungen zur OU Nunkirchen aus dem Bundesverkehrswegeplan kann man hier im Detail runterladen: http://bit.ly/22BoE9D

Foto: Screenshot Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur

Foto: Pixabay

Windkraft

ProHochwald hat sich von Beginn an für eine Nutzung der Windkraft als alternative Stromversorgung ausgesprochen.

Es muss jedoch sichergesellt werden, dass es zu keiner Beeinträchtigung der Bevölkerung durch den Bau und den Betrieb von Windkraftanlagen kommt. In einer zersiedelten Flächenkommune wie der Stadt Wadern ist es eine echte Herausforderung, den Interessen der Bürger und denen der Investoren gleichermaßen gerecht zu werden.

Das Beispiel Vogelsbüsch zeigt exemplarisch, wie sehr das gängige Recht (der Ort befindet sich zum großen Teil im Außenbereich) und das tatsächliche Empfinden (die Fläche ist für einen Investor damit auch in der Nähe von Häusern beplanbar) konfliktanfällig sind. Wir begrüßen daher die intensiven Bemühungen der Stadtverwaltung, die in Bezug auf den Standort Vogelsbüsch alles tut, damit dort keine Windkraftenergieanlage errichtet wird. Sie stünde trotz Legalität in deutlichem Gegensatz zu dem, was wir wollen: Einen Umstieg auf erneuerbare Energie in Einklang mit den hier lebenden Menschen.

Umgekehrt begrüßen wir natürlich die Initiative unserer Stadtverwaltung und die nun erkennbare Dynamik der Landesregierung in Bezug auf konfliktfreie Flächen, die der Stadt Wadern zum einen dringend benötigte Einnahmen bei Pacht und Gewerbesteuer bringen und zum andern ein deutliches Zeichen dafür sind, dass auch wir uns nicht dem Umstieg auf erneuerbare Energien verweigern.

Erwähnenswert ist auch, dass die Stadt Wadern die erste Kommune im Saarland war, die durch ein Gutachten ihre Flächen im Hinblick auf die Nutzung für Windkraft überplanen ließ. Ironie der Geschichte: die Wochenstube der Mopsfledermaus verhinderte bislang die Nutzung geeigneter Flächen in diesem Sinne. Hier galt es bislang einen Abstand von fünf Kilometern im Radius einzuhalten. Nun wird dieser Abstand abgeschmolzen, weil man offenbar bei den Untersuchungen vieler Standorte festgestellt hat, dass die Mopsfledermaus sich von Windkraftenergielangen in ihrer Vermehrung weniger beeindruckt zeigt als bisher wissenschaftlich belegt und zum anderen in unserer Region wesentlich häufiger vorkommt als bislang gedacht.